weitere mutistische Formen

Weitere Formen des Mutismus

nach Hayden (1980)

(Torey L. Hayden – eigentlich Victoria Lynn Hayden – wurde am 21. Mai 1951 in Livingston im US-Bundesstaat Montana geboren; Torey Hayden ist ausgebildete Psychologin und Pädagogin). In der logopädischen Fachliteratur wird Torey Hayden kaum rezipiert. Ausschließlich der erste Teil einer zweiteiligen Studie erscheint in den einschlägigen Literaturverzeichnissen: ‚Classification of elective mutism‘ (Journal of the American Academy of Child Psychiatry 19 [1980], 118-133). 

reaktiver Mutismus

Der reaktive Mutismus entsteht plötzlich und ist häufig mit einem Schock (z.B. Operationen im Mund- und Rachenraum, Ernährungssonden bei Frühgeburten, abrupte Trennung von der Primärbeziehungsperson) um nur einige zu nennen, verbunden. Diese Mutismusform tritt äußerst selten auf und kann sowohl Kinder, Jungendliche als auch Erwachsene betreffen. Diese Form des Mutismus geht mit weiteren Symptomen wie z.B. Depression einher. Die Kinder sind häufig sehr zurückgezogen bis hin zu abwesend und emotional verarmt.

symbiotischer Mutismus

Der symbiotische Mutismus ist einhergehend mit einer engen symbiotischen Beziehung zu einer Bezugsperson, meist die der Mutter.

Passiv-aggressiver Mutismus

Das Schweigen wird zur Abwehr von Anforderungen, auch sprachlicher, eingesetzt.

Hayden hat eine recht einflußreiche Einteilung des elektiven Mutismus in drei Typen (symbiotischer, reaktiver und passiv-aggressiver Mutismus) vorgenommen. Jedoch wird bei näherer Betrachtung dieses Klassifikationsversuches deutlich, dass zwischen den Kategorien fließende Übergänge bestehen.

Die von Hayden aufgestellten Kategorien sind also nicht als starr anzusehen, da es, wie von ihr selbst explizit erwähnt, nur allzu häufig Überschneidungen sowohl in den Ursachen als auch in den Symptomen gibt.

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